Warum Geotechnik im Bergbau und im Bauwesen immer wichtiger wird

Unter der Bezeichnung „Geotechnik“ versteht man einen Sammelbegriff verschiedener Einzeldisziplinen. Dieses noch relativ junge Fachgebiet untersucht die wechselseitigen Auswirkungen von Bauwerk und Baugrund.
Geotechnik- ein Überblick. Geotechnik ist ein Zweig des Bauingenieurwesens und ein Spezialgebiet im Bereich des konstruktiven Ingenieurbaus.
Bergbau © flickr.com / stiefkind

Mit Geotechnik die Bodenbeschaffenheit überprüfen

Hierbei werden der jeweilige Boden sowie die Voraussetzungen für eine bautechnische Nutzung genauer untersucht. Geotechnik besteht u.a. aus den einzelnen Disziplinen Bodenmechanik, Erd- und Grundbau, Felsmechanik, Fundationstechnik und auch Baugrunderkundung, Fels- und Tunnelbau sowie Bergbau. Auch geotechnische Problemstellungen im Wasserbau und im Verkehrswegebau fallen in diese Kategorie.

Bereits vor Beginn der eigentlichen Arbeiten muss die Standsicherheit sowie die Gebrauchstauglichkeit eines Bauwerks beurteilt werden. Auch die Eigenschaften des jeweiligen Baugrundes sind hierbei sehr wichtig. Kenntnisse über die hiesigen natürlichen Gegebenheiten wie beispielsweise Baugrund- sowie Grundwasserverhältnisse sowie die physikalischen Eigenschaften eines Baugrundes sind daher von enormer Bedeutung. Auch die Gesetze der Mechanik, welche auf dem Baugrund anwendbar sind, spielen eine große Rolle.

Aufgrund der immer höher werdenden Anforderungen, welche bei der Realisierung von Bauvorhaben entstehen, kommt der Geotechnik eine immer größere Bedeutung zu.
Zu den Kernaufgaben der Geotechnik zählen u.a. die Untersuchung samt Beurteilung des Grundes (Bodengutachten) sowie der Grundwasserverhältnisse, die Einleitung von Kräften aus dem jeweiligen Bauwerk in den Baugrund (Gründung) sowie die Ermittlung sowie Verbesserung der Tragfähigkeit von Bauwerken. Zudem untersucht sie, wie sich Verformungen auf die jeweilige Umgebung auswirken. Zu ihrem Gebiet gehören ferner die Gründung von Wasserbauwerken wie beispielsweise Schleusen und Wehren, die Sicherung von Geländesprüngen (Baugruben, Kaimauern) und die Gewährleistung von Standsicherheit bei Böschungen, Hängen, Dämmen und Uferbefestigungen. Auch für die Messung, Beurteilung, Überwachung und Prognose von dynamisch auftretenden Belastungen wie Erschütterungen, Sprengungen oder Verkehrsbelastungen ist sie zuständig. Zudem fällt der Schutz von Boden und Grundwasser in ihren Bereich. Während der Realisierung des Bauvorhabens befasst sich diese Wissenschaft vor allem mit der wechselseitigen Wirkung von Verformungen und Kräften des Bauwerks auf den Baugrund und umgekehrt. Hier geht sie beispielsweise der Frage nach, wie sich ein Tunnelbauwerk zu dem umgebenden Fels verhält oder das jeweilige Bauwerk sich zu dem Baugrund. Zudem untersucht sie den Einfluss technischer Maßnahmen. Ferner untersucht die Geotechnik u.a. die Dichtigkeit sowie die Standsicherheit von Deichen und Dämmen.

Geotechnik als Vertiefungsstudium bei Beuingenieurwesen

Seit einigen Jahren wird Geotechnik als Studiengang auch an etlichen Lehrstühlen an Universitäten sowie an Fachhochschulen und Instituten angeboten. Am Lehrstuhl wird Geotechnik meist als Vertiefungsfach des Bauingenieurwesens angeboten. Neben der Ingenieurwissenschaft umfasst die Ausbildung auch geo- sowie naturwissenschaftliche Fächer. Zudem erhalten die Auszubildenden Kenntnisse im Bereich der Erdstatik, Bodenmechanik, Ingenieurgeologie, Grund- und Felsbau sowie Fels- und Gebirgsmechanik.

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