Netzausbau in Deutschland geht voran

Wird der Strompreis entsprechend teurer?

Es geht vor allem um die Verteilung des Stromes in Nord-Süd-Richtung. Im Norden wird durch bereits bestehende und in Zukunft errichtete Windparks ein Großteil des Stroms durch alternative Quellen gewonnen und in den Süden transportiert. Für die Leistung, die nach der Energiewende in den Süden transportiert werden muss, reichen die bisherigen Trassen nicht aus. Deshalb sollen vier weitere sogenannte Stromautobahnen in Nord-Süd-Richtung gebaut werden, über eine Länge von insgesamt 3800 km. Weitere 4000 km des bereits bestehenden Netzes werden verstärkt.

Netzausbau stockt

Strommast © flickr.com 7 loop_oh

Strommast © flickr.com 7 loop_oh

Bisher lief der Ausbau des Stomnetzes nicht nach Zeitplan. Die vier Netzbetreiber Amprion, EnBW Transportnetze, TenneT und 50Hertz Transmission nannten erheblichen bürokratischen Aufwand als Grund.

Da Planung Ländersache ist, läuft der Planungsprozess sehr schleppend: Die neuen Stromautobahnen sollen mehrere Bundesländer durchqueren. Jedes dieser Länder hat eigene Genehmigungsverfahren. Dies soll sich jetzt ändern. Die Bundesregierung verabschiedete die Netzausbau-Beschleunigungsgesetze. Bürokratische Prozesse sollen vereinfacht und beschleunigt werden, die Zusammenarbeit der Länder soll erheblich verstärkt werden. Außerdem setzen die Netzbetreiber auf den Dialog mit der Bevölkerung.

Sie wissen, dass sich viele an den Strommasten stören werden und sind sich sicher, dass ein solches Großprojekt nur gemeinsam mit den Bürgern durchgeführt werden kann. Demnächst sollen sich Bürger mit Beschwerden an die Bundesnetzagentur wenden können. gemeinden, die durch den Ausbau geschädigt werden, sollen mit bis zu 40.000 Euro entschädigt werden.

Mehrkosten sollen gering bleiben

Die Kosten für den Netzausbau werden sich in den folgenden zehn Jahren auf etwa 20 Milliarden Euro belaufen. Dies entspricht also pro Jahr etwa 2 Milliarden Euro. Die Kosten pro Kilowattstunde sollen um etwa 5% bzw. 1 bis 2 Cent steigen. Was sicher wieder eine große Wechselflut bei den Anbieter nach sich ziehen wird. Egal ob es Yellowstrom, Lichtblick oder Vattenfall sein wird, werden im Zuge des Netzausbaus, die ein oder anderen Tarifänderungen vorgenommen werden.

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