Nach Curiosity: NASA will schon in vier Jahren den Mars anbohren

Kernbohrungen sollen Entstehung und Entwicklung analysieren

Nach der Landung des Mars-Roboters „Curiosity“ hat die US-Raumfahrtagentur NASA bereits ihr nächstes Großprojekt angekündigt. Während sich der kürzlich gelandete Rover derzeit noch mit der Oberfläche des Roten Planeten auseinandersetzt, soll die neue Mission den Kern des Mars untersuchen.

Curiosity © NASA Goddard Phote and Video

Neue Erkenntnisse über die Entstehung des Mars

„Insight“ lautet der Name für den neuen Roboter, der 2016 starten soll, und steht für „Interior exploration using Seismic Investigations, Geodesy and Heat Transport“. Kernaufgabe des Projekts ist es, auf dem Mars mit der Erde vergleichbare Daten zu seiner Entstehung und Entwicklung zu sammeln. So interessiert die Forscher unter anderem ob der Mars einen festen oder flüssigen Kern hat oder warum es auf ihm keine erdähnlichen Plattenverschiebungen gibt. Im Gegensatz zu „Curiosity“ wird „Insight“ ein unbeweglicher Roboter sein, der die Geheimnisse des Mars mit Tiefenbohrungen zu entschlüsseln versucht. Das Projekt soll rund 425 Millionen US-Dollar kosten.

Auch deutsche Technologie im Einsatz

An Bord der „Insight“ ist neben französischer Technik auch ein in Deutschland entwickeltes Messinstrument vorhanden. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) soll es der neuen Marsmission unter anderem ermöglichen, den Wärmefluss unterhalb der Oberfläche des Mars zu erkunden. Die NASA erhofft sich von den Auswertungen der Ergebnisse zum Beispiel die Klärung der Frage, ob es auf dem Mars plattentektonische Vorgänge wie zum Beispiel Erdbeben gibt.

„Insight“ noch vor zwei weiteren Missionen genehmigt

Neben „Insight“ standen im Frühjahr diesen Jahres auch noch zwei weitere Projekte der NASA zur Auswahl für eine Förderung, denen „Insight“ trotz Proteste einiger Wissenschaftler vorgezogen wurde. So bekam die Mission „Comet Hopper“, mit der ein Roboter Untersuchungen auf einem Kometen vornehmen sollte, keine finanzielle Unterstützung und auch das Projekt „Titan Mare Explorer“, welches in einem Methansee auf dem Saturn Forschungen ermöglicht hätte, musste sich hinten anstellen. Laut NASA habe die Erforschung der Entstehung des Planeten und die Suche nach der Möglichkeit von Leben auf dem Mars erhöhte Priorität.

 

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