Gürtelrose während der Schwangerschaft – wie gefährlich ist es fürs Baby?

Ein Gürtelrosebefall in der Schwangerschaft! Das kann eine Gefahr für Mutter und Kind sein. Zum Glück geschieht das nur sehr selten. Trotzdem ist es eine berechtigte Angst vieler werdender Mütter.

Blutdruckmesser © Rainer Sturm / pixelio.de

Blutdruckmesser © Rainer Sturm / pixelio.de

Wie kann Gürtelrose während der Schwangerschaft das Kind gefährden?

Damit eine Gefahr für das Kind besteht, darf die Mutter in ihrem Leben zuvor noch keine Windpocken oder eine Gürtelrose gehabt haben. Hatte sie sie, so beinhaltet ihr Blut Antikörper, die auch das Ungeborene schützen können.
Bei einer Erstinfektion während der Schwangerschaft besteht ein Risiko von 2-3%, dass das Kind mit Fehlbildungen oder gar tot geboren wird. Die Viren können vor allem das noch empfindliche Hirngewebe des Ungeborenen angreifen.

Die Folgen können sich auch im Wachstum und in der Ausbildung des Kindes bemerkbar machen. Mögliche Konsequenzen können daher sein:

  • Augen- und Gehirnentzündung
  • Kleinwüchsigkeit
  • Fehler in der Ausbildung von Armen und Beinen
  • Geschwüre, meist auf der Haut

Wie kann sich das Kind anstecken?

Die größte Gefahr bildet die Zeit zwischen der 13. und 20. Schwangerschaftswoche. Ist die Mutter an Gürtelrose erkrankt, kann in dieser Zeit der Befall auf das Kind leicht erfolgen. Jenseits der 24. Schwangerschaftswoche dagegen besteht kaum noch eine Gefahr, selbst wenn die Mutter erkrankt ist. Wie bereits erwähnt, besteht die Gefahr nur, sofern die Mutter noch nie Windpocken oder Rose hatte. Nur bei einem Erstbefall können sich die Viren über das Blut in das Neugeborene begeben.

Die größere Gefahr ist es, wenn die Mutter um die Zeit der Geburt Gürtelrose bekommt. Man geht von ca. 4 Tagen vor und nach der Geburt aus. In dieser Zeit können die Kinder sich mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 50% anstecken. Die Infektion erfolgt hier auf dem Wege der Tröpfcheninfektion wie bei Erwachsenen auch.

Wie kann das Kind geschützt werden?

Den besten Schutz hat das Kind, wenn die Mutter die Krankheit bereits durchlaufen hat. Dann können ihre eigenen Abwehrzellen das Kind sogar über den Mutterleib hinaus schützen. Bis zu 6 Monate nach der Geburt kann ein Kind noch gegen Gürtelrose und seine Abarten gefeit sein.

 

Babyhand © Bernd Kasper  / pixelio.de

Babyhand © Bernd Kasper / pixelio.de

Tritt die Infektion während der Schwangerschaft auf, so wird mittels Ultraschall eine Vorsorgeuntersuchung vorgenommen.
Ist die Infektion im Mutterleib eingetreten kann die Verabreichung von Aciclovir helfen. Teilweise werden auch noch Immunglobulinen (also Antiseren) eingesetzt. Sie können auch bei Infektionen nach der Geburt zum Schutz des Kindes verwendet werden. Allerdings können sie die Krankheit nur abschwächen. Effektiver ist die Behandlung mit prophylaktischen Antikörpern.

weitere Informationen:
http://www.netdoktor.at/familie/schwangerschaft/windpocken-guertelrose-5703
http://www.stern.de/gesundheit/haut/erkrankungen/herpes-zoster-guertelrose-gemein-und-gefaehrlich-638946.html

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