Betreuungsgeld für Eltern kurz vor der Reform

Bis 2013 soll öffentliche Kinderbetreuung ausgebaut werden

Die Diskussion um das Betreuungsgeld bleibt hitzig. Noch geht man davon aus, dass das Betreuungsgeld den Koalitionsvereinbarungen entsprechend kommen wird, aber die Leistung im Rahmen der Familienförderung ruft auch viele Kritiker auf den Plan.

Was ist das Betreuungsgeld?

Als neue Leistung von monatlich 150 Euro soll es Eltern zufließen, deren Kinder keine Tagesstätte besuchen. Bis 2013 soll die öffentliche Kinderbetreuung ausgebaut werden, doch auch die Familien, die davon nicht profitieren können oder möchten, sollen unterstützt werden. Diskutiert wird im Moment noch, ob die Leistung bar, oder in Form von Gutscheinen ausbezahlt wird.

Oft ist es für Eltern gar nicht möglich, ihr Kind in einer öffentlichen Betreuungseinrichtung unterzubringen. Bislang findet nur jedes dritte Kind einen Krippenplatz. Ob eine merkliche Verbesserung bis 2013 zu erreichen ist, ist noch vage. Durch die Leistung werden Familien ohne Zweiteinkommen unterstützt. Die geleistete Familienarbeit soll damit entsprechend gewürdigt und auch finanziell honoriert werden.

Uneinigkeit über das Betreuungsgeld

Gegner bezeichnen die geplante Leistung jedoch gerne abwertend als „Herdprämie“, da sie für Frauen einen Anreiz darstellt, sich für den Haushalt, und gegen eine Berufstätigkeit zu entscheiden. Prognostiziert wird, dass vor allem Mütter mit niedriger Bildung ihre Erwerbstätigkeit aufgeben werden.
Befürchtet wird zudem, dass Eltern ihre Kinder nicht in Tagesstätten anmelden könnten, nur um die finanzielle Leistung zu erhalten. Die frühkindliche Förderung in den Krippen dient der gesellschaftlichen Integration, und sie wird auf diesem Weg möglicherweise ausgerechnet den Kindern vorenthalten, die sie aufgrund von Defiziten besonders nötig hätten.
Hartz IV-Empfänger profitieren von den Leistungen überhaupt nicht, da sie mit den Bezügen verrechnet würden.
Kanzlerin Merkel bezeichnete Anfang April 2012 die geplante Leistung als ein „Gebot der Fairness“ und stellte klar, dass man daran festhalten werde. Es sei das Ziel, bis zum Sommer 2013 ausreichende Betreuungsplätze zu schaffen und zugleich das Betreuungsgeld für unter Dreijährige durchzusetzen.

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