Bald neue Gazprom-Verträge für Eon und RWE?

es kommt Bewegung in den Gasmarkt

Teure Langfristverträge beim Bezug von Gas bescherten den Stromriesen Eon und RWE bislang hohe Verluste. Jetzt zeichnete sich nach langen zähen Verhandlungen zumindest für Eon die Perspektive günstigerer Preise ab. RWE dagegen ist mit den Verhandlungen bisher nicht zufrieden.

Einigung auf günstigere Gaslieferverträge für Eon perfekt

Rückwirkend bis zum vierten Quartal 2010 vereinbarten Eon und Gazprom bessere Preiskonditionen für Gaslieferungen. Mit einem Kompromiss wurde dabei auf die veränderten Marktbedingungen im Gasmarkt reagiert. Obwohl Gas seit Jahren im Überangebot an den Märkten erhältlich ist, konnten die Preise wegen der Ölpreiskoppelung nicht fallen. Die Folge waren hohe Verluste bei den Energiekonzernen, die Gas an ihre Großkunden, wie Stadtwerke, nicht kostendeckend unter Einstandspreis-Niveau abgeben mussten. Während die Gaspreise an den Märkten fielen und regionale Versorger entsprechend niedrigere Preise zahlten, mussten die Energiekonzerne den hohen, an den Ölpreis gekoppelten Preis zahlen. Nun machte Gazprom Zugeständnisse, lässt die teilweise bis 2030 laufenden Langfrist-Lieferverträge aber in Kraft.

Gazprom verspricht sich mehr Exporte – Eon mehr Gewinn

Nach Aussage des russischen Gaskonzerns verspricht man sich von den neuen Konditionen mit Eon höhere Exporte nach Deutschland. Rund ein Drittel seines Gasbedarfs deckt Eon bei Gazprom. Weitere Lieferungen kommen beispielsweise von der norwegischen Statoil, mit der Eon ebenfalls neue Konditionen aushandelte. Für Investoren wirkten sich die neuen Lieferverträge positiv aus. Die Aussicht auf einen Konzernerschuss von bis zu 4,5 Milliarden Euro steigert die mögliche Dividende. Der Aktionkurs der Eon-Aktie legte Anfang Juli zu.

Bislang noch keine eindeutigen Ergebnisse gibt es für RWE. Der Essener Energieriese ist nach Aussage eines Sprechers mit dem derzeitigen Verhandlungsstand nicht zufrieden. Im Vergleich mit dem, was man bei anderen Lieferanten erzielt habe, bliebe Gazprom weit zurück, so RWE. Die Verhandlungen können sich noch länger hinziehen.

Auf die Verbraucher dürfte sich das Ergebnis nicht direkt auswirken, da die Preiskonditionen zwischen Gazprom und Eon nicht an die lokalen Energieversorger weitergereicht werden. Sie zahlen bereits die niedrigeren Gaspreise, die zwischen Stadtwerken und Eon ausgehandelt wurden, das bedeuted, dass man sicher nach wie vor einen günstigen Gasanbieter suchen sollte, um Geld sparen zu können.

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